Mrz 31 2009

Schau mal Omi…

…das ist das Internet wo immer alle von schreiben.


Mrz 27 2009

Die Inkognito-SMS

Gerade bei Heise gelesen: Einführung eines mehrstufigen Verfahrens zum Versand einer Rückrufbitte für Mobilfunkteilnehmer. Hört sich schonmal wild an. Aber was steckt dahinter? Nachdem ich mir den Text mehrmals durchgelesen habe, meine ich, dahinter gekommen zu sein:
Beispiel: Ich stehe mit meinem Handy nicht im Telefonbuch. Die Firma Windisch & Schlau GmbH möchte mir aber gerne mal eine Waschmaschine verkaufen. Also stellt diese bei meinem Mobilfunkprovider XY eine Anfrage, dass sie mit mir telefonieren möchte. Ich bekomme von XY eine SMS mit der Mitteilung, dass jemand, der sich als Windisch & Schlau GmbH ausgibt, mit mir telefonieren möchte. Eine Nummer wird nicht mit übermittelt. Habe ich diesem “Service” zufällig mal eingewilligt, kann der Provider XY die Verbindung herstellen. Soviel dazu.

Grundsätzlich stehe ich neuen Dingen in der Telekommunikation ja recht aufgeschlossen gegenüber, aber in diesem Fall mutmaße ich eine gewisse Sinnfreiheit in diesem neuen Vorgehen.
Begründung I: Jeder der mich anrufen können soll, hat meine Handynummer. Und zwar von mir. Jeder der mich mobil anrufen möchte, kann mich gerne kontaktieren, egal ob per Post, Festnetz, Email, Web, Persönlich, etc. Wege gibt es genug. Ich entscheide dann, ob ich gewillt bin, meine Handynummer rauszurücken. Immerhin hat es ja einen Grund, warum ich nicht im Telefonbuch stehe.

Begründung II: Wenn dieser Service dem Zwecke der Kommunikation zwischen potentiellem Kunden und Firma dienen soll, dann hat die Firma meine Handynummer eh schon, und zwar von mir, andernfalls würde es sich um einen unerlaubten Werbeanruf handeln, der geahndet werden kann.

Wo habe ich hier den Denkknoten? Für irgendwas muss das doch gut sein? Ich bitte um sachdienliche Hinweise.

heise mobil – 27.03.09 – Bundestag verabschiedet Gesetz gegen heimliche Handy-Ortung.


Mrz 26 2009

Unser Netz

Was derzeit wieder für ein Palaver um das ach so böse Internet gemacht wird, geht auf keine Kuhhaut. In den letzten Tagen habe ich morgens den Kaffee schon auf, bevor ich ihn überhaupt getrunken habe. Lügen, Polemik, blinder Aktionismus – kurz: übelste Propaganda! Das ich von einer Regierung beschissen werde, ist mir schon klar, aber wenn, dann bitte nicht so plump und platt wie es derzeit geschieht. Allen voran unsere Mutter der Nation, Uschi vdL – Was diese Frau derzeit von sich gibt ist einfach nur schlimm. Ich bin mal gespannt, wie Sie es später mal ihren Kindern und Enkeln klarmachen will, dass sie für die Wiedereinführung der Zensur in Deutschland verantwortlich ist.

Aus gegebenen Anlass möchte ich (mal wieder) auf netzpolitik.org verweisen, und zum mitmachen bewegen:

Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten : netzpolitik.org.

Listen von Abgeordneten finden sich hier.
Dem Politiker seines [Ver|Miß]trauens kann man mal bei
abgeordnetenwatch.de auf den Zahn fühlen.

Denk ich an Deutschland in der Nacht…


Mrz 21 2009

Die Spam-Mail des Tages

Es ist noch nicht mal 09:00 Uhr, und ich habe schon meine Lieblings-Spammail für den heutigen Tag erkoren.
Der Absender dieser Mail lautet “Stop den Veruntreuungen”. Klingt schonmal vielversprechend.

Ich zitiere:

Wie Sie denken-warum wählen Tausende Bewohner Europas jeden Tag unser Geschäft?

Die Antwort ist sehr einfach!
Nur bieten wir jeden Tag mehr verschiedene 300 Programme für Macintosh und PC ,
auf Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und andere europäische Sprachen an.

Alle Programme sind die Prüfung gegangen eben sind gegenwärtig vollständig von den funktionalen Versionen.

Stellen Sie ein, zu denken!!! Bei uns sparen Sie fast 80 % ein…..
Die Sonderangebote bis zum Ende des Marz kode auf 30 % den Rabatt (D33W-8916)

Besonders schön finde ich “Stellen Sie ein, zu denken”. Der Verfasser dieser Mail erhofft sich dadurch wahrscheinlich, dass tatsächlich jemand etwas bei ihm kauft.


Mrz 3 2009

Woher wußte ich das nur!

Wahlcomputer sind verfassungswiedrig!
…und wieder eine Kerbe in meinen Knüppel für verfassungswiedrige Entscheidungen.

Zitat Reuters:
Der Einsatz von Wahlcomputern bei der Bundestagswahl 2005 war verfassungswidrig. Die Benutzung der Computer habe gegen den Grundsatz der öffentlichen Wahl verstoßen, entschied das Bundesverfassungsgericht am Dienstag. Die Wähler hätten dadurch weder die abgegebenen Stimmen noch deren Auszählung kontrollieren können. Die Bundestagswahl müsse jedoch nicht wiederholt werden.

Den letzten Satz finde ich persönlich zwar etwas schade, aber naja…
Allerdings schließt Karlsruhe Wahlcomputer nicht grundsätzlich aus. Nur alle, derzeit auf dem Markt befindliche… :-)

, ,


Feb 17 2009

*Titel zensiert*

oder: wenn L[a|e][i|y]en sich was in den Kopf setzen.

Das Internet ist böse. Das war es von Anfang an, und wird es immer bleiben. Doch seit ein paar Wochen macht sich unsere Mutter der Nation, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen dafür stark, dass das böse Internet punktuell zensiert wird. Der Grund: Kinderpornografie.
Damit eins direkt klar ist: Produzenten und Konsumenten von Kinderpornografie sind ein Geschwür am A***h der Menschheit und gehören ausgerottet, ohne wenn und aber! Der Kampf gegen diese unterste Schicht der Nahrungskette ist lobens- und unterstützenswert.
Aber: Bitte mit den richtigen Mitteln!
Was hat Mutti vor? Sie möchte die Internetprovider dazu verpflichten, den Zugang zu kinderpornografischen Seiten zu sperren. Die Internetprovider (ISP) erhalten in regelmäßigen Abständen eine Liste mit URLs vom BKA, die zu sperren es gilt. Soweit so hohl!
Sämtliche “Experten” und auch solche die sich für selbige halten, sind der Meinung, dass Sperren oder Filter keine geeigneten Mittel sind, da jedes Sperrsystem Lücken hat, die mehr oder weniger einfach auszunutzen sind, oder Kollateralschaden anrichten. Frei nach dem Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Selbst der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hält nach einer Studie (in einfachen Sätzen geschrieben; ein Schelm, der Böses dabei denkt), die Filterung von Webinhalten für verfassungsrechtlich sehr bedenklich.
Aber Mutti will davon nichts hören und beharrt auf ihrer Meinung, dass dieser Weg der einzig Richtige ist. Mütter haben halt immer recht.

Betrachten wir das Vorhaben mal nüchtern und halbwegs objektiv (auch wenn es schwerfällt): Was hat man dabei gewonnen? Antwort: Nichts!
Nur weil man vor einer Sache die Augen verschließt und anderen die Augen zuhält, ist die Sache nicht auf einmal weg. Genau das macht Mutti aber, sie hält ihren Schützlingen die Augen zu, in der Hoffnung, dass sich das Problem von selbst erledigt. “Was ich nicht sehe, ist nicht da!”
Irrtum! Der Markt ist nach wie vor da und  die kleinen Seelen werden immer noch geschändet. Lediglich der Vertriebsweg wird sich vom www auf das Usenet, IRC oder andere Netze verlagern.
Was haben wir dabei verloren? Artikel 5 unseres Grundgesetzes (“Eine Zensur findet nicht statt”) und ein weiteres Stück Freiheit!

Denn: Bei Betrachtung weiterer Details, erkennt man, dass dies wahrscheinlich erst die Spitze des Eisberges darstellt und das Thema Kinderpornografie bewußt gewählt wurde, weil klar ist, dass man hiermit bei weitem auf die größte Akzeptanz im Volke stößt. Vor allem, wenn “Volksvertreterinnen” wie Ilse Falk in Presseerklärungen mit übelster Propaganda, Zensurgegner und Kinderschänder quasi auf eine Ebene stellt. Mittlerweile wurde die Presseerklärung von der Startseite genommen, obwohl noch keine 24 Stunden alt.  Per Deeplink ist sie aber noch erreichbar.
Derzeit drängt die Regierung auf ein Abkommen mit den ISPs, die Möglichkeit der Sperrung von Webseiten, vorbei an einer gesetzlichen Grundlage, in Ihre AGBs mit aufzunehmen. Der Mustervertrag dazu findet sich hier. Diesen Vetrag, der juristisch höchst zweifelhaft ist,  kann man getrost als Freibrief für das BKA und dementsprechend auch für die Regierung bezeichnen, nahezu beliebige Webseiten zu sperren. Die ISPs verpflichten sich nämlich in diesem Vertrag, Stillschweigen über sämtliche, zu sperrende URLs zu bewahren. Das BKA erhält von den ISPs regelmäßig Zugriffsstatistiken, allerdings in anonymisierter(!) Form. Dies könnte man auch als ein Zeichen von mangeldem Interesse an einer Strafverfolgung werten.

Wo Möglichkeiten bestehen, werden Begehrlichkeiten geweckt. Das war schon immer so. Als nächstes kommen die rechtsextremen Inhalte an die Reihe, danach das Glücksspiel. Zwischendurch werden die Rechteverwerter an die Tür klopfen und auf die Sperrung von unliebsamen Seiten drängen. Und ehe man sich versieht lebt man in einem internettechnischen China….

Hierzu lesenswert:
Wo stehen die Server die in Europa blockiert werden?

Gesammelte Nachrichten bei Heise


Feb 11 2009

Herr Schäuble, bitte ändern Sie ihr Passwort…

…und diesmal nicht schon wieder “BKA” nehmen, das ist einfach zu kurz.

Eine gewisse Ironie ist nicht von der Hand zu weisen, wenn mal sich mal anschaut, wie häufig in den letzten Wochen, die Webseite unseres obersten Sicherheitsapostels gehackt wurde. Diesmal hinterlies der Pöse Purche einen Link auf den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Passt doch!

Selbstverständlich fordere ich hiermit aller Hacker auf, dies nicht nochmal zu machen, denn das ist doch böse, feige und gemein.

Schäuble gehackt – Golem.de.


Feb 9 2009

Goodby Netbook ™©®

Kaum sind sie auf dem Markt, verschwinden sie schon wieder. Gemeint sind die sog. “Netbooks”, also die ultrakleinen, leichten, mobilen Notebooks. Nicht, dass sie keiner kaufen würde, nein, ganz im Gegenteil. Vielmehr geht es mal wieder um Markenrechte. So besitzt die britische Firma Psion Plc. die Namensrechte an dem Begriff “Netbook”. IT-affine erinnern sich eventuell noch an Psion, die in den 90ern sozugagen die Vorreiter im Bereich elektronische Organizer waren. Heute spielt Psion in diesem Segment quasi keine Rolle mehr. Allerdings tritt die Firma in den letzten Wochen wieder verstärkter in die Öffentlichkeit, nämlich mit freundlichen, aber bestimmten Briefen an Websitebetreiber, mit der Aufforderung den geschützten Begriff “Netbook” nicht mehr zu verwenden. Zugute halten muss man ihnen, dass sie nicht direkt Abmahnungen und Unterlassungserklärung en Masse verschicken, sondern es (erstmal) auf dem Wege der Einsicht versuchen. Jüngstes “Opfer” ist übrigens Google, bzw. dessen Werbetreibende, die den Begriff nun nicht mehr in Werbekampagnen verwenden dürfen (Link).
Zu allem Unglück wurde “Netbook” im Oktober 2008 auch noch als Wortmarke beim deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Und zwar vom Geschäftsführer der kürzlich pleite gegangenen BUG Computer Components AG. Diese gelangte 2007 zu zweifelhaftem Ruhm, als diese bei einer Studie den dritten Platz im “Ranking der Top-Abmahner” belegte. Man darf gespannt sein, was da noch kommt.
Ich hatte mich gerade an den Begriff “Netbook” gewöhnt, fand ihn auch ganz passend. Demnächst wird man wahrscheinlich nur noch von Surfbooks, Mininotes, oder Subsubnotebooks hören. Schade eigentlich.

, ,


Feb 6 2009

Der Goliath gibt klein bei

Die Bahn hat ihre Abmahnung gegen Netzpolitik.org zurückgezogen.
Schön zu sehen, wie das Internet und die Netzgemeinschaft was bewegen kann.
Die Aussage der Bahn “Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.” lässt mir allerdings schon wieder die Galle hochkommen. Arrogantes Pack!

Mehr zum Thema:

Deutsche Bahn AG gibt auf : netzpolitik.org.


Feb 5 2009

Warum DE-Mail scheitern wird

Unsere Bundesregierung plant einen E-Mail-Dienst für alle Bundesbürger. Schön, es gibt ja noch nicht genug Anbieter. Das besondere an DE-Mail, so der Name des Dienstes: Er soll absolut sicher, und die Authentität von Sender und Empfänger soll zu 100% gewährleistet sein. Zudem bekommt jeder DE-Mail-Adressenbesitzer einen Online-Speicher, wo Dokumente  hinterlegt werden können. Somit wäre die Grundlage geschaffen für eine sichere, rechtsverbindliche Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden, aber auch mit Versicherungen, Banken und anderen Unternehmen.
Soweit die Theorie, die, zugegebenermaßen recht fortschrittlich klingt, hätte die ganze Sache nicht mehrere Pferdefüsse:

Fuß 1:

Niemand weiß, wie das Projekt finanziert werden soll. Eine Menge Unternehmen sind beteiligt (dazu später mehr), die alle nicht für Lau arbeiten. Auch die Infrastruktur kostet ein paar Euro fuffzig. Die Bundesregierung überlegt derweil, ob man nicht eine Art “E-Porto” für die neuen, sicheren E-Mails verlangen kann.

Fuß 2:

Das Internet ist evil! Viele Menschen haben kein Vertrauen in das Medium Internet. Was im Grunde genommen ja auch richtig so ist. Sie bringen ihre Überweisung immer noch lieber selber zur Bank als das per Online-Banking zu erledigen. Per Kreditkarte wird nicht eingekauft, und bestellt wird, wenn überhaupt,  am liebsten per Nachnahme. Diese Menschen werden Ihren Ausweis nicht per E-Mail verlängern lassen.

Fuß 3:

E-Mail Konto konfigurieren? Verschlüsselung? Noch ein Passwort merken? Hä?
Das Einrichten eines neuen E-Mail-Kontos auf dem heimischen PC stellt den Großteil der PC-Benutzer vor eine
nahezu unlösbare Aufgabe. Sie sind froh, wenn ihr System läuft. Ich übrigens auch.

Fuß 4:

Welcher halbwegs informierte Bürger, der noch einen Rest Privatssphäre behalten möchte, wird wirklich wichtige Korrespondenz über einen Dienst verschicken, der in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium entwickelt wird? Jenem Ministerium, dessen Chef jeden Tag nach Vorratsdatenspeicherung, Online-Überwachung und Online-Durchsuchungen schreit.

Fuß 5:

Zertifikate! Um sicherzustellen, dass die Mail wirklich vom Sender stammt, braucht jeder DE-Mail-Besitzer ein persönliches, digitales  Zertifikat, welches die Mail als echt, sprich vom Sender stammend, zertifiziert. Da “normalerPC-Benutzer” und “Backup” eher in einer konfliktären Beziehung zueinander stehen, wird es nicht lange dauern, bis die ersten Zertifikate verloren gehen, oder von Trojanern gefressen werden. Das die Ausstellung eines neuen Zertifikats nur gegen Bares erfolgt, versteht sich von selbst.

Fuß 6:

Die beteiligten Firmen: An erster Stelle sei da mal die Telekom zu nennen. War das nicht die Firma, welche es noch nicht mal schafft, ihre eigenen Daten im Haus zu halten? Oder war das doch eher die Firma, die ihre Mitarbeiter mal “zu Testzwecken” überprüft? Dann das ehemalige Staatsunternehmen “Deutsche Post”, dessen Ex-Vorstand gerade vor Gericht stand. Die kamen wahrscheinlich auch auf die glorreiche Idee mit dem “E-Porto”. Nicht zuletzt unser Bundesinnenministerium, auf das ich in Fuß 4 schon eingegangen bin. Nicht fehlen darf natürlich T-Systems (siehe dazu folgenden, sehr lesenswerten Kommentar). Fehlt eigentlich nur noch der Mehdorn und ein paar Siemens-Manager, damit ich mich rundum gut versorgt fühlen kann.

Fuß 7:

Eine zu kurze Vorlaufzeit. Im November 08 beschlossen, Im Sommer 09 Pilotprojekt, 2010 Projektabschluss. Dabei sind noch zuviele Fragen zum Thema Verschlüsselung, Zertifikate, und Kommuikation offen.

Fazit:

DE-Mail wird meiner Meinung nach mal wieder eine nicht unerhebliche Investition von Steuergeldern, welche zwar heere Ziele verfolgt, aber ein Schuß ins Leere sein wird. Die eigentlichen Gewinner dürften die Beteiligten Unternehmen und diverse Ministerien sein.
Zitat W. Schäuble:  “De-Mail steht für Fortschritt, IT und IT-Sicherheit made in Germany.” (Quelle)
Wenn ich mit meiner Einschätzung recht behalte, könnte diese Aussage in den nächsten Jahren noch ein wenig für Hohn und Spott sorgen.