Kategorie-Archiv: Datenschutz

Rheinkreis Neuss und der Datenschutz

Ich hab den Kaffee ja schon wieder auf: Da ist man auf einer Schulveranstaltung des Rheinkreises Neuss, wo Kinder in verschiedenen Klassen untergebracht sind, und was sehe ich da? Listen mit ca. 100 – 150 Schülernamen der Klassen 5 – 9 ausgehangen. Soweit so schlecht. Das diese Listen, neben dem Namen auch noch die Straße, Hausnummer, PLZ, Ort, Schule und Klasse des Kindes, sowie die Emailadresse beinhaltet, ist eine absolute Frechheit und ein klares No-Go! Ich bin extrem angesäuert! Wie zur Hölle sollen unsere Kinder lernen, verantwortungsvoll mit den “neuen Medien” umzugehen, wenn Lehrer, Beamte und sonstige verantwortliche Pädagogen einen Dreck für Themen wie den Datenschutz interessieren!

Update: Ich habe soeben mit dem verantwortlichen Lehrer “gesprochen”. Naja, eigentlich habe ich eher einen lautstarken Monolog gehalten. Er sah ein, dass er Mist gebaut hatte, entschuldigte sich in aller Form, und beteuerte, demnächst besser drauf zu achten. Ich hoffe, es hat was bewirkt.

20 Prozent der Internetnutzer sind “zum Teil schwer Pädokriminelle”

Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Diese 20 % Prozent sind laut UvdL die versierten User, die wissen, wie man die geplanten Internetsperren umgehen kann. Damit gehöre auch ich zu den 20% die grundsätzlich schonmal verdächtig sind. Das grenzt für mich schon schwer an die Grenze der persönlichen Beleidigung. Damit habe ich bei meinem nächsten Wutausbruch über die Inkompetenz und Lernresistenz unserer Politiker auf jeden Fall einen Gut.

Aber eigentlich wollte ich “nur” auf einen Gastbeitrag der Bürgerrechtlerin Bettina “Twister” Winsemann bei Telepolis hinweisen, der mir zu 100% aus der Seele spricht. LESEBEFEHL!

TP: 20 Prozent der Internetnutzer sind “zum Teil schwer Pädokriminelle”.

Unser Netz

Was derzeit wieder für ein Palaver um das ach so böse Internet gemacht wird, geht auf keine Kuhhaut. In den letzten Tagen habe ich morgens den Kaffee schon auf, bevor ich ihn überhaupt getrunken habe. Lügen, Polemik, blinder Aktionismus – kurz: übelste Propaganda! Das ich von einer Regierung beschissen werde, ist mir schon klar, aber wenn, dann bitte nicht so plump und platt wie es derzeit geschieht. Allen voran unsere Mutter der Nation, Uschi vdL – Was diese Frau derzeit von sich gibt ist einfach nur schlimm. Ich bin mal gespannt, wie Sie es später mal ihren Kindern und Enkeln klarmachen will, dass sie für die Wiedereinführung der Zensur in Deutschland verantwortlich ist.

Aus gegebenen Anlass möchte ich (mal wieder) auf netzpolitik.org verweisen, und zum mitmachen bewegen:

Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten : netzpolitik.org.

Listen von Abgeordneten finden sich hier.
Dem Politiker seines [Ver|Miß]trauens kann man mal bei
abgeordnetenwatch.de auf den Zahn fühlen.

Denk ich an Deutschland in der Nacht…

Herr Schäuble, bitte ändern Sie ihr Passwort…

…und diesmal nicht schon wieder “BKA” nehmen, das ist einfach zu kurz.

Eine gewisse Ironie ist nicht von der Hand zu weisen, wenn mal sich mal anschaut, wie häufig in den letzten Wochen, die Webseite unseres obersten Sicherheitsapostels gehackt wurde. Diesmal hinterlies der Pöse Purche einen Link auf den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Passt doch!

Selbstverständlich fordere ich hiermit aller Hacker auf, dies nicht nochmal zu machen, denn das ist doch böse, feige und gemein.

Schäuble gehackt – Golem.de.

Der Goliath gibt klein bei

Die Bahn hat ihre Abmahnung gegen Netzpolitik.org zurückgezogen.
Schön zu sehen, wie das Internet und die Netzgemeinschaft was bewegen kann.
Die Aussage der Bahn “Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.” lässt mir allerdings schon wieder die Galle hochkommen. Arrogantes Pack!

Mehr zum Thema:

Deutsche Bahn AG gibt auf : netzpolitik.org.

Die Machenschaften der Deutschen Bahn AG

Die Schnüffeleien der Deutschen Bahn AG wurden ja in den letzten Tagen zur Genüge kritisiert. Netzpolitik.org wurde jetzt ein internes Memo zugespielt, welches die Mehoden der Bahn mal ein wenig detailierter beschreibt. Beim Lesen kräuseln einem echt die Nackenhaare. (Link zum Memo)

Scheinbar ist die Bahn mit der Veröffentlichung dieses Memos nicht so wirklich einverstanden, denn prompt landete beim Betreiber von Netzpolitik.org eine Abmahnung nebst Unterlassungserklärung auf den Schreibtisch. So versucht man also, eigenen Mist unter den Teppich zu kehren. Ich hoffe, dass Netzpolitik.org sich nicht einschüchtern lässt, den Wisch einfach in die Rundablage unterm Schreibtisch schmeißt, und mal schaut, was die Bahn noch so alles drauf hat, um ihr Image zu zerstören. Viel Erfolg!